Start unserer Königinnenzucht 2026 – Aufbau der Anbrüter
- felixlehre
- 26. Apr.
- 3 Min. Lesezeit

Dieses Wochenende ist bei uns der Startschuss für die diesjährige Königinnenzucht gefallen. Für uns ist das jedes Jahr ein ganz besonderer Moment – denn hier beginnt die Grundlage für die Völker der kommenden Saison.
2026 gehen wir dabei einen neuen Weg:Zum ersten Mal arbeiten wir parallel mit zwei Anbrütern – und testen gleichzeitig ein neues Setup, auf das wir schon lange neugierig sind.
Dieser Beitrag ist der erste Teil unserer Serie zur Königinnenzucht. Wir nehmen euch Schritt für Schritt mit – vom Zellen ziehen über das Umlarven bis hin zur fertigen Königin.
Warum überhaupt Königinnen selbst ziehen?

Eigene Königinnen zu ziehen bedeutet:
gezielte Auswahl sanfter und leistungsstarker Völker
bessere Anpassung an die eigene Region
weniger Schwarmtrieb
langfristig stabilere und gesündere Bestände
Kurz gesagt: Wer seine Königinnen selbst nachzieht, arbeitet aktiv an der Zukunft seiner Imkerei.
Damit aus einer Larve später eine hochwertige Königin wird, braucht es jedoch den richtigen Start – und genau hier kommt der Anbrüter ins Spiel.
Was ist ein Anbrüter?
Der Anbrüter ist ein Volk, das für kurze Zeit in einen Ausnahmezustand versetzt wird:Es bekommt das Gefühl, seine Königin verloren zu haben.
Diese „Notlage“ sorgt dafür, dass die Bienen maximal motiviert sind, neue Königinnen aufzuziehen. Genau diese starke Annahmephase nutzen wir, um unsere umgelarvten Zellen starten zu lassen.
Der Anbrüter ist also der Ort, an dem die Königinnenzellen:
angenommen
intensiv gepflegt
und optimal gestartet werden.
Nach dieser Startphase wechseln die Zellen später in ein Pflegevolk – dazu mehr in einem der nächsten Teile.
Zwei Anbrüter – ein Experiment
Dieses Jahr gehen wir einen Schritt weiter und arbeiten erstmals mit zwei Anbrütern parallel.
Einer davon läuft in bewährter Form.Der zweite ist unser Experiment:
👉 Ein Mini-Plus mit 12 Rähmchen auf 4 Zargen(auch „Mini-Plus Stangen“ genannt)
Dieses Setup wird oft diskutiert – wir möchten nun selbst sehen, wie es sich in der Praxis schlägt.
Vorbereitung des Mini-Plus Anbrüters
Damit ein Anbrüter funktioniert, müssen einige Dinge ganz konsequent umgesetzt werden. Halbherzig funktioniert hier nichts – die Vorbereitung entscheidet über Annahme oder Misserfolg.
1️⃣ Volk stark einengen
Das Mini-Plus Volk wurde auf 3 Zargen gedrückt.Ziel dabei:
hohe Bienendichte
viele Ammenbienen auf engem Raum
maximale Pflegeleistung
Je dichter die Bienen sitzen, desto stärker ist der Pflegeimpuls.

2️⃣ Weisellosigkeit herstellen
Ein entscheidender Schritt:Das Volk ist seit 3 Tagen weisellos.
Warum so lange?
Nach dem Verlust der Königin durchläuft ein Volk mehrere Phasen:
Unruhe
Suche nach Ersatz
maximale Annahmebereitschaft
Nach etwa 72 Stunden ist der Punkt erreicht, an dem die Bienen unbedingt neue Königinnen brauchen. Genau dieses Zeitfenster nutzen wir.
3️⃣ Offene Brut komplett entfernen
Ein extrem wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird.
Wir haben sämtliche offene Brut entfernt und alle Waben abgefegt.
Der Grund ist simpel:
Solange offene Brut vorhanden ist, können die Bienen eigene Nachschaffungszellen ziehen.Und sobald sie eigene Zellen haben, verlieren unsere Zuchtzellen massiv an Priorität.
Deshalb gilt beim Anbrüter:👉 Keine offene Brut = voller Fokus auf unsere Zellen.
4️⃣ Zellen geben
Erst jetzt kommt der entscheidende Moment:
Wir haben dem Volk 35 Zellen über einen Aufsatz gegeben.
Ab diesem Zeitpunkt übernehmen die Bienen – und wir können nur noch beobachten und hoffen.
Jetzt heißt es wirklich:Daumen drücken 🤞
Warum dieses Experiment so spannend ist
Das Mini-Plus Setup verspricht einige Vorteile:
kompakte, starke Pflegeeinheit
sehr hohe Bienendichte
effiziente Nutzung kleiner Einheiten
möglicherweise bessere Annahme bei weniger Bienenmasse
Ob das wirklich so funktioniert, werden wir in den nächsten Wochen sehen.

Und genau dabei nehmen wir euch



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